Empfehlenswerte Ernährung

Welche Ernährung ist bei Krebs und zur Vorbeugung zu empfehlen?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: eine gesunde und schmackhafte Kost. Das bedeutet, dass Sie keine strenge Diät  einhalten müssen, sondern nur einige Grundsätze zu beachten brauchen. Dabei werden selbstverständlich auch Ihre Wünsche und Vorlieben berücksichtigt. Außerdem sollte die Ernährung  immer auf Ihre individuelle gesundheitliche Situation abgestimmt sein. Die Ernährung soll vor allem sicherstellen, dass der Körper bei seinem Abwehrkampf gegen den Krebs alle wichtigen Nährstoffe und genügend Energie („Kalorien“) erhält. Aber  wenn Sie in einem guten Ernährungszustand sind, dann sollten Sie  auch nicht zu viel des Guten tun und „auf Vorrat essen“, denn dies kann leicht zu einer Gewichtszunahme führen, die in vielen Fällen keine gesundheitlichen Vorteile bedeutet.

Unsere Ernährung hat sich in den letzten Jahrzehnten leider in mancher Beziehung zum Negativen entwickelt. Vor allem die moderne „westliche“ Ernährung mit viel Fett, Zucker, Alkohol und Energie sowie wenig pflanzlichen Lebensmitteln begünstigt das Auftreten vieler Krebserkrankungen sowie zahlreicher anderer „Wohlstandserkrankungen“. Der Salzverzehr ist übermäßig hoch und der Anteil von oft minderwertigen „Fastfood“-Produkten wie Pizza, Döner, Bratwurst, Hamburgern, fetten Backwaren, Pommes frites etc. nimmt weiter zu und begünstigt Übergewicht sowie die Anfälligkeit für viele Krankheiten. Der Ballaststoffverzehr ist dagegen zu niedrig, viele Menschen essen nur wenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.

 

Wie sieht nun eine gesunde Kost aus, die auch für Menschen mit einer Krebserkrankung zu empfehlen ist?
Eine gesunde Ernährung kann sehr variabel sein, zeichnet sich aber besonders durch folgende Eigenschaften aus: 

  • Achten Sie auf genügend pflanzliche Lebensmittel (Obst, Gemüse), am besten mehrmals jeden Tag (5 am Tag). Damit erhalten Sie viele wertvolle Inhaltsstoffe.
  • Essen Sie vielseitig, wobei Sie natürlich darauf achten sollten, was Sie vertragen. Essen Sie auch ausreichend Getreideprodukte und Kartoffeln.
  • Greifen Sie möglichst oft zu Vollkornprodukten statt Weißbrot. Auch Vollkornreis oder Vollkornnudeln sind günstig und schmackhaft. Dies ermöglicht  eine gute Versorgung mit Ballaststoffen.
  • Milch und Milchprodukte sind grundsätzlich zu empfehlen, da sie eine wichtige Eiweiß- und Kalziumquelle sind (bei Übergewicht vorzugsweise die fettärmeren Varianten).
  • Essen Sie regelmäßig Fisch: 1-2 mal pro Woche, davon wenigstens 1 mal fettreiche Sorten wie Lachs, Hering oder Makrele. Fische liefern günstige Fette und Eiweiß.
  • Der Verzehr von Fleisch und besonders von Fleischprodukten (z.B. Wurstwaren) sollte stattdessen eingeschränkt werden. Geflügelfleisch ist generell günstiger als rotes Fleisch von Rind, Schwein und Lamm. Ein maßvoller Fleischverzehr trägt aber zur ausreichenden Eiweiß- und Nährstoffversorgung bei.
  • Begrenzen Sie energiedichte Lebensmittel. Dazu gehören auch fettreiche Produkte. Falls Sie nicht an Mangelernährung leiden, sollten Sie fettärmere Speisen und Lebensmittel bevorzugen. Auch Schokolade und andere Süßwaren bestehen hauptsächlich aus Fett und Zucker, sodass Sie damit zurückhaltend sein sollten. Gegen maßvolle Mengen ist aber nichts einzuwenden.
  • Fett- und zuckerreiche oder salzreiche Zubereitungsformen sind eher ungünstig. Bei Mangelernährung kann eine fettreichere und evtl. zuckerangereicherte Ernährung aber empfehlenswert sein, soweit diese vertragen wird.  Bevorzugen Sie pflanzliche Fette bei der Zubereitung und als Brotaufstrich (z.B. Rapsöl, Olivenöl, Leinöl, Diät-Margarine).
  • Trinken Sie ausreichend, verzichten Sie aber auf zuckerhaltige Getränke. Dazu gehören auch die vielen Fruchtsäfte, die überwiegend Fruchtaromen und Zucker enthalten.
  • Falls Sie Opens internal link in current windowAlkohol trinken, schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Ein gelegentliches Gläschen dürfen Sie aber gerne genießen.
  • Bereiten Sie Ihr Essen schonend zu, damit viele wertvolle Inhaltsstoffe erhalten bleiben.
  • Nehmen Sie eigenmächtig keine Nahrungsergänzungsmittel ein. Nur bei tatsächlichen Defiziten oder einer Mangelernährung kann dies sinnvoll sein. Eine nicht indizierte Einnahme kann mitunter negative Folgen für Ihre Gesundheit haben und Sie geben nur unnötig Geld aus.
  • Wiegen Sie sich regelmäßig. Halten Sie Ihr Gewicht stabil, bei Untergewicht ist eine Gewichtszunahme anzustreben. Opens internal link in current windowBei Übergewicht kann u.U. eine Gewichtsabnahme in Betracht gezogen werden.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Besprechen Sie Art und Umfang ihrer körperlichen Aktivität mit Ihrem behandelndem Arzt/Ärztin ab.

Bei einer Krebserkrankung ist es wichtig auf eine ausreichende Eiweißzufuhr (Fisch, Fleisch, Milchprodukte (Käse, Quark, …), Getreide und Hülsenfrüchte) zu achten. Es kann vorkommen, dass eine wie hier aufgeführte ausgewogene Ernährung nicht ausreicht oder nicht mehr möglich ist, beispielsweise auf Grund von Appetitlosigkeit, Nebenwirkungen oder einem Opens internal link in current windowungewollten Gewichtsverlust. Wenden Sie sich in diesen Fällen frühzeitig an eine Opens internal link in current windowqualifizierte Ernährungsberatung.

(In Anlehnung an die Empfehlungen des World Cancer Research Fund /American Institute for Cancer Research (Opens external link in new windowWCRF/Opens external link in new windowAICR), der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (Opens external link in new windowDGE) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (Opens external link in new windowDGEM))

Mittelmeerkost

Nach allem was wir wissen hat die Opens internal link in current windowklassische Mittelmeerkost eine gewisse vor Krebs schützende Wirkung und ist auch für Menschen mit Krebs gut geeignet. Die Mittelmeerkost enthält reichlich Gemüse und Obst und relativ wenig Fleisch. Als Speiseöl wird hauptsächlich Olivenöl verwendet, das eine günstige Zusammensetzung aufweist (unser Rapsöl ist ähnlich!). 

Die klassische Mittelmeerkost ist heute kaum noch zu finden. In den Mittelmeerländern gleicht sich die Ernährung immer stärker der westlichen Kost an.